Soziales Wilhelmshaus - Warum ich zugestimmt habe
Manchmal geht es im Rat nicht um Schlagzeilen. Sondern darum, ob wir Strukturen erhalten oder wegbrechen lassen.
Mit dem Wegfall des niedersächsischen Integrationsfonds wären in Wilhelmshaven mehrere wichtige Projekte einfach beendet worden. Dazu gehörten unter anderem der Sprachmittlungspool der Volkshochschule und Musikschule, die Mobile Gemeinwesenarbeit in Südstadt und Tonndeich der Diakonie, die Integrationslotsen der Caritas, Nachmittagsgruppen für Grundschulkinder beim SOS Kinderdorf sowie weitere Qualifizierungs und Jugendprojekte.
Das wäre ein massiver Rückschritt gewesen.
Das Soziale Wilhelmshaus setzt genau hier an. Es ist kein zusätzliches Angebot neben anderen. Es ist ein Quartiersbüro mitten in der Innenstadt. Ein Ort, an dem Beratung sichtbar und erreichbar wird.
Was heißt das konkret
- Niedrigschwellige Sozial und Alltagsberatung
- Hilfe bei Anträgen und Behördenpost
- Mobile Präsenz in der Innenstadt
- Ein offenes Nachbarschaftscafé
- Mehrsprachige Informationsangebote
- Aufbau von Ehrenamt und Nachbarschaftslotsen
- Enge Zusammenarbeit mit Familienzentren, Caritas, AIDS Hilfe, - GPS, Wohnungsunternehmen wie LEG und Spar und Bau
Das Ziel ist klar. Menschen erreichen, die bisher schwer erreichbar sind. Probleme früh erkennen. Teilhabe stärken. Einsamkeit verringern. Konflikte im öffentlichen Raum entschärfen.
Wichtig war mir auch die wirtschaftliche Seite. Die ursprünglich kalkulierten Mietkosten wurden deutlich reduziert. Statt 90000 Euro liegen die tatsächlichen Kosten für das Ladenlokal bei rund 41400 Euro über den gesamten Zeitraum. Die frei gewordenen Mittel fließen in kleinere Projekte im Quartier, etwa am Banter Weg oder im Umfeld Neuende.
Das ist solide verhandelt worden.
Zur Finanzierung
Das Land Niedersachsen stellt 180000 Euro zur Verfügung. Die Stadt beteiligt sich mit 120000 Euro von 2026 bis 2028. Es entstehen keine zusätzlichen Mehrbelastungen über das Projekt hinaus. Die Mittel waren im Haushalt vorgesehen.
Für mich ist das eine Investition in Stabilität. In Zusammenhalt. In eine Innenstadt, die nicht nur aus Schaufenstern besteht, sondern auch aus Menschen.
Ich habe zugestimmt, weil ich überzeugt bin Integration passiert nicht auf dem Papier. Sie passiert dort, wo Menschen Hilfe finden